Unternehmerlohn: Das eigene Gehalt als Selbstständiger richtig kalkulieren

Arbeitnehmer erhalten von ihrem Arbeitgeber einen vertraglich vereinbarten Arbeitslohn. Bei Freiberuflern und selbständig tätigen Unternehmern ist dies anders. Zur Finanzierung ihrer Lebenshaltungskosten tätigen sie Privatentnahmen oder berechnen für sich einen Unternehmerlohn. Die Ermittlung ist relevant für die Teilhaber einer Gesellschaft oder die Inhaber eines Unternehmens, die nicht für ihre Tätigkeit belohnt werden. Bekommt z.B. der Geschäftsführer einer GmbH ein festes Gehalt, hat er keinen Anspruch auf eine zusätzliche Gehaltsauszahlung.

Was ist für die Ermittlung des Unternehmerlohns relevant?

Selbstständig tätige Unternehmer und Freiberufler müssen bei der Führung ihres Betriebes nicht nur ihre betrieblichen Versicherungen und die betrieblichen Kosten im Blick haben. Auch die privaten Aufwendungen müssen mit dem Geld bezahlt werden, das ein selbstständiger Unternehmer mit seinem Betrieb erwirtschaftet.

Als Ausgleich für die geleistete Arbeit können Freiberufler Privatentnahmen tätigen oder sich selbst ein Gehalt auszahlen.

Bei der Ermittlung des Lohns für sich selbst sollte der Stundensatz nicht zu hoch und nicht zu niedrig gewählt werden. Wer sein eigenes Gehalt auf dieser Basis ermittelt, kann sich an den Stundensätzen orientieren, die in der Branche üblich. Lohnenswert ist der Blick auf den Markt und ein Vergleich mit der Konkurrenz.

Bei der Kalkulation ist die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu berücksichtigen. In der Gründungsphase ist es von Vorteil, wenn der Freiberufler sich einen geringeren Unternehmerlohn auszahlt und den Auszahlungsbetrag mit der Zeit anhebt. Dabei muss der selbstständig tätige Unternehmer bedenken, dass der Unternehmerlohn eine laufende Betriebsausgabe darstellt, die von seinen Einnahmen abgezogen wird. Der Lohn, den der Unternehmer sich selbst zahlt, mindert damit den Gewinn des Betriebes.

Welche Bedeutung hat der Businessplan für den Unternehmerlohn?

Jeder Gründer erstellt einen Businessplan, bevor er mit seiner Geschäftsidee den wirtschaftlichen Erfolg anstrebt. Dieser Businessplan ist unterschiedlich funktional.

Einerseits dient er dem Unternehmer selbst, um einen Plan für sein Unternehmen aufstellen zu können. Anderseits nutzen Banken und andere Geldgeber den Businessplan, um Informationen über die Geschäftsidee und die wirtschaftlichen Aussichten zu bekommen. Deshalb ist es ratsam, wenn der Gründer mit dem Businessplan so viele Auskünfte wie möglich gibt. Zu den Ausgaben, die seinen Gewinn mindern, gehört auch der Unternehmerlohn. Dessen Berechnung sollte für einen Außenstehenden nachvollziehbar und plausibel sein. Legt der Gründer z.B. einen Lohn für sich selbst fest, den seine geschätzten Einnahmen gerade abdecken, wird er kaum jemanden finden, der Geld in sein Unternehmen steckt.

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