Erst die Preis- und Wettbewerberanalyse gibt grünes Licht für die Selbständigkeit

Inzwischen wird auch die deutsche Öffentlichkeit und Medienlandschaft wesentlich offener für Gründer und deren Ideen: Sendungen wie “Shark Tank – Die Business Profis” oder auch “Die Höhle der Löwen” ebnen den Weg für einige Gründerinnen und Gründer.

Eigene unternehmerische Freiheit, mehr Eigenverantwortung und auch die Schwankungsbreite der Gewinne weit über ein normales Tarifgehalt locken die Menschen an. Doch wie sollten Sie am Besten vorgehen, wenn Sie von ihren eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten oder auch Ihren Produkten und Leistungen überzeugt sind?

Grünes Licht für die Selbständigkeit sollten Sie erst dann geben, wenn sie einen groben Zahlenrahmen abgesteckt haben: Die Einnahmen müssen langfristig erheblich über den Einnahmen liegen, um das Unternehmen und auch die Wertigkeit des eigenen Engagements finanzieren zu können.

Bei dem Rohgerüst – oder Business Plan – welcher die Einnahmen beschreibt kommt es darauf an, mit realistischem Zahlenmaterial zu arbeiten. Die Unternehmertätigkeit wäre beispielsweise dann nicht sinnvoll, wenn Sie aufgrund geringer Margen zu mehr als 100 % Auslastung erzielen müssten, um Gewinn zu erwirtschaften.

Neben der Ermittlung der Kosten der Selbständigkeit sollten Sie deshalb genau auf die erzielbaren Preise pro Stück oder Arbeitsstunde achten. Gehen Sie dabei in folgenden Schritten vor:

1.) Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Marktpreise. Im Einzelhandel oder Lebensmittelhandwerk oder Gastronomie ist dies vergleichsweise schnell möglich: Wie teuer sind die jeweiligen Discounter, die Durchschnittsanbieter oder aber auch die Exklusivanbieter. Bei Baugewerken oder Dienstleistungen könnten Sie die Preise über die Handelskammern recherchieren oder den Firmenkunden- oder Gründungsberater der Bank befragen.
2.) Wie sehen die saisonalen Schwankungen aus? Wird Ihre Gründung ganzjährig laufen oder gehen alle Mitbewerber in saisonale Sommer- oder Winterpausen. Dann würden Sie in einem Markt arbeiten in dem Kosten und Gewinn für ein ganzes Jahr in einem geringeren Zeitraum hereingewirtschaftet werden müssen. Dies gilt nicht nur für reine Saisonbetriebe wie beispielsweise Skischulen oder Surfschulen, viele andere touristische Betriebe stehen vor der gleichen Herausforderung.
3.) Marktanalyse: Im Internet finden sich erstaunlich viele, zuverlässige Seiten, die die Entwicklung ganzer Branchen detailliert beschreiben. Denken Sie an Wirtschaftsmagazine, die eine Boomphase für eine Branche ausrufen oder stets über Probleme einer Branche (wie des kleinflächigen Einzelhandels) berichten.
4.) Einzugsgebiet und regionale Wettbewerber: Das beste Angebot hilft nichts, wenn Sie auf zu starke Wettbewerber treffen und sich eine zu geringe Anzahl an Kunden “teilen” müssten. Deshalb sind eigene Messungen oder auch Kennzahlenerhebungen unabdingbar. Nach dem Motto: Lieber einige Tage nachdenken und Passanten an einem beliebigen Werktag zählen anstatt das falsche Ladengeschäft anmieten.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der richtige “Zahlenkranz” und die Erhebung von Markt- und Wettbewerberinformationen ein solides Fundament darstellen. Dieses kann die Erfolgswahrscheinlichkeit der Selbständigkeit erheblich erhöhen.

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